Trainingsplan Liegestütze

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits einen Trainingsplan für 100 Liegestütze veröffentlicht habe, fehlte mir immer wieder die Zeit diesen Plan wirklich durch zu ziehen. Um ehrlich zu sein häufig auch die Muskulatur, so dass der Trainingsplan etwas ambitioniert ist und die Motivation ggf. mal abhanden kommt.

Daher hier ein alternativer Trainingsplan, den ihr individuell an eurer Ziel und euer aktuelles Leistungsniveau anpassen könnt:

  1. Wir trainieren immer mindestens drei Sätze – wer mehr machen möchte, kann dies gern machen. In jedem Satz absolvieren wie so viele Liegestütze wie die Muskulatur hergibt. Daher werdet ihr mit jedem Satz weniger Liegestütze schaffen.
  2. Zwischen jedem Satz liegen 1:30 min Pause zur Erholung der Muskulatur.
  3. Das Ziel ist es mit den drei Sätzen zusammen insgesamt 1,5 mal so viele Liegestütze zu absolvieren wie ihr letztendlich gern als Gesamtziel schaffen möchtet.
  4. Solltet ihr am Ende der drei Sätze mehr als die Zielvorgabe erreicht haben oder sogar mit weniger als drei Sätzen auskommen, erhöht die Gesamtanzahl um mindestens 10.
  5. Trainiert wird drei mal die Woche mit jeweils mindestens einem Tag Pause. Es bieten sich hier Montag, Mittwoch und Freitag als Trainingstage an.

Ein Beispiel dazu:

Ihr möchtet gern 20 Liegestütze schaffen, also müsst ihr mit drei Sätzen 30 Liegestütze absolvieren (1,5 x 20 Liegestütze). Eure ersten beiden Wochen könnten dann so aussehen:

  • Montag: 15, 10, 5
  • Mittwoch: 15, 11, 5
  • Freitag: 17, 11, 7
  • Montag: 19, 13, 10 (Gesamtumfang erhöht, da immer mehr als 30 Liegestütze geschafft wurden)
  • Mittwoch 17, 11, 6 (Ihr werdet Leistungstiefs haben)
  • Freitag 18, 13, 9

Wenn ihr das Tagesziel dauerhaft nicht erreicht, ist euer Ziel zu ambitioniert gewählt. Überlegt euch dann vielleicht, ob ihr im ersten Schritt euer Ziel runterschrauben möchtet. Erhöhen könnt ihr danach immer noch… irgendwann erreicht ihr dann das Ziel von 100 Liegestützen.

 

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Sidemount vs. Doppelpack vs. Ponyflasche vs. Stage vs. Spareair

Wenn man im Internet nach Sicherheit beim Tauchen sucht, findet man viele verschiedene Philosophien, was die Sicherheit bezüglich redundanter Luftversorgung betrifft. Ich möchte nun in diesem Artikel meine Gedanken dazu einmal vorstellen. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und freue mich über eure Meinungen zu diesem Thema:

Aus meiner Sicht gibt es im Wesentlichen fünf verschiedene Möglichkeit Sicherheit durch Redundanz zu produzieren:

  1. Spareair
  2. Ponyflasche
  3. Doppelpack
  4. Stage
  5. Sidemount

Allen fünf Möglichkeiten möchte ich mich in diesem Artikel kurz widmen. Einige Möglichkeiten habe ich bereits in der Vergangenheit betrachtet und verlinke unten gern die älteren Artikel. Einige Möglichkeiten werde ich zukünftig detaillierter vorstellen.

Schauen wir uns zunächst die kleinste Lösung an: Spareair. Oft wird diese kleine 0,4-0,8 Liter große Flasche als echte Sicherheit beim Tauchgang verkauft. Wenn man sich jedoch mal genau mit den Luftmengen beschäftigt, wird schnell klar, dass ein sicherer Aufstieg inkl. Dekostop ab Tiefen über 10 Meter gar nicht möglich ist. Ein Aufstieg aus weniger als 10 Metern Wassertiefe sollte jeder Taucher ohne redundante Luftversorgung mit der in der Lunge bzw. im Kreislauf befindlichen Luft schaffen. Wenn nicht, sollte dringend an der Fitness gearbeitet werden. Eine detaillierte Betrachtung dieser Möglichkeit habe ich vor einiger Zeit bereits hier veröffentlicht.

Die nächstgrößere Lösung wäre eine Ponyflasche. Was ist eigentlich eine Ponyflasche? Das ist eine kleine Flasche, die man mit Gurten an der Hauptflasche befestigt. Damit hat man eine völlig autonome zweite Flasche. Da die Ponyflasche in der Regel deutlich kleiner ist als die Hauptflasche, nennt man sie “Pony”. Je nachdem wie man die Ponyflasche dimensioniert, kann sie eine gute Alternative für einen sicheren Aufstieg bei Ausfall der Hauptluftversorgung darstellen. Sie sollte natürlich immer entsprechend der eigenen Anforderungen bemessen sein und bietet damit deutlich mehr Sicherheit als eine Spareair. Einen Vergleich der beiden Systeme habe ich ebenfalls vor einiger Zeit bereits veröffentlicht. Die Ponyflasche hat im Vergleich zu den weiter unten beschriebenen Möglichkeit den Vorteil, dass ich sie “einfach” mit Gurten an die Hauptflasche hängen kann und andere Tauchgänge, die möglicherweise nicht so tief stattfinden, auch mal ohne große Arbeit ohne Ponyflasche stattfinden können.

Von der Ponyflasche ist man nun schnell beim Doppelpack. Wenn man zusammen mit der Ponyflasche eh zwei Flaschen auf dem Rücken trägt, kann man vielleicht auch gleich auf ein Doppelpack umsteigen. Nun ist es damit eine Philosophiefrage, ob man die beiden Flaschen ohne Brücke, mit fester Brücke oder mit absperrbarer Brücke betreibt. Alle Varianten haben Vor- und Nachteile – und ebenso viele Befürworter und Kritiker. Schauen wir uns die Varianten einmal an:

Bei einem Doppelpack ohne Brücke befinden sich auf dem Rücken zwei völlig autarke Luftreservoirs. Damit steht, falls eine Luftversorgung beispielsweise durch einen Defekt am Lungenautomaten oder eine Vereisung weg fällt, immer noch eine komplette zweite Luftversorgung für den Notfall zur Verfügung – selbst wenn der komplette erste Luftvorrat entweicht, weil beispielsweise beim Vereisen das Ventil nicht schnell genug geschlossen werden kann. Diese Vorgehensweise erfordert aber entweder hohe Disziplin oder zusätzliches Gewicht. Zusätzliches Gewicht deshalb, weil die eine Möglichkeit die ist, dass die zweite Flasche niemals angeatmet wird, sondern nur als Reserve für den Notfall dienst. Große Disziplin, wenn aus beiden Flaschen geatmet werden soll und somit am Ende des Tauchgangs der gesamt Luftvorrat genutzt worden sein soll. Man könnte ja ganz einfach anfangen und die erste Flasche bis auf 50 bar leer atmen, um dann mit der zweiten Flasche zu beginnen. Allerdings kommt es immer dann zu Problemen, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann, nämlich genau dann könnte der Lungenautomat der zweiten Luftversorgung vereisen. Nun stehen als Reserve nur noch 50 bar der ersten Flasche zur Verfügung. Das wird dann schon eng, um aus großen Tiefen sicher an die Oberfläche zu gelangen. Ebenso verhält es sich, wenn man statt der 50 bar nur bis 100 bar atmet. Immer bleibt wenig Reserve. Wie kann man dem Vorbeugen? Ganz einfach indem man zunächst vom ersten Luftvorrat nur 25 bar abatmet. Danach atmet man immer abwechselnd 50 bar aus jedem Luftvorrat, somit stehen nach und nach diese Drücke zur Verfügung (wenn wir mit 200 bar starten): 175-200; 175-150;125-150;… Man sieht also leicht, dass der Druck der jeweils anderen Flasche immer nur um maximal 25 bar abweicht. Natürlich darf man damit dann auch nicht bis ultimo tauchen, allerdings ist die Reserve in der Regel groß genug, um sicher auszutauchen. Zusätzlicher Vorteil: Beide Automaten werden regelmäßig geatmet und man ist sich relativ früh sicher, dass beide Automaten funktionieren. Klar, man testet die Automaten natürlich vor dem Tauchgang.

Bei einem Doppelpack mit absperrbarer Brücke, kann man sich zwischen zwei Varianten entscheiden: In der ersten Variante lässt man die Brücke direkt von Beginn des Tauchgangs an geschlossen. Damit hat man im Prinzip die gleiche Situation wie oben ohne Brücke. Allerdings könnte man während des Tauchgangs den Druck zwischen den Flaschen ausgleichen, falls man meint, dass dies nötig wäre.

In der zweiten Variante ist die Brücke zu Beginn des Tauchgangs geschlossen und wird erst in einem Notfall geschlossen. Damit erspart man sich das wechselnde Abatmen der einzelnen Flaschen und der Druck ist in beiden Flaschen immer gleich. Allerdings muss man im Notfall auch an die Ventile kommen. Es gibt durchaus Menschen, die beim Tauchgang dazu nicht in der Lage sind – sei es durch ihren Körperbau oder die Konfiguration ihrer Ausrüstung. Bei DIR gibt es nur diese Variante.

Wenn zwischen den beiden Flaschen eine feste Brücke verbaut ist, die jedoch nicht absperrbar ist, kann man eigentlich nicht von einem Doppelpack sprechen. Im Prinzip ist dies nichts als eine etwas größere Monoflasche, die das Gewicht auf dem Rücken möglicherweise etwas besser verteilt. Damit einher gehen die gesamten Sicherheitsprobleme, die eine Monoflasche erzeugt.

Eine gute Alternative für die Sicherheit stellt neben dem Doppelpack die Stage dar. Im Idealfall sollte eine Stageflasche aus Alu bestehen, um unter Wasser gewichtsneutral zu sein – es funktioniert bedingt aber natürlich auch mit Stahlflaschen. Ähnlich wie eine Ponyflasche stellt die Stageflasche einen zusätzlichen Luftvorrat bereit. Dabei kann sie aber deutlich größer als eine Ponyflasche ausfallen und sorgt nicht für soviel Ungleichgewicht auf dem Rücken. Der entscheidende Vorteil ist aber, dass man das Ventil der Stageflasche immer mit den Händen erreichen kann, da sie seitlich vor dem Körper hängt. Prinzipiell könnt ihr aus jeder Tauchflasche mit einem Rigging-Kit eine Stage basteln. Natürlich sind manche Konfigurationen besser und manche schlechter dafür geeignet.

Wenn man schon eine Stage mitführt, wieso nicht gleich Sidemount-Tauchen? Dies hat den Vorteil, dass die Ventile immer gut erreichbar sind und gleichzeitig zwei unabhängige Luftversorgungen vorhanden sind. Viele Taucher verlassen sich beim Schließen der Ventile, wenn ein Lungenautomat vereist, auf den Tauchpartner. Wirklich sicher sein, kann man aber nur, wenn man im Notfall selbst die Ventile schließen kann. Wer dazu auf dem Rücken nicht in der Lage ist, sollte einmal über’s Sidemount-Tauchen nachdenken. Beim Abatmen gilt natürlich die gleiche Empfehlung wie oben bereits geschrieben: Die Flaschen sollten gleichmäßig abwechselnd abgeatmet werden. Eine gute Erklärung wie ihr euch schnell und einfach eure Sidemount-Ausrüstung selbst konfiguriert, findet ihr im Buch “Sidemount Diving“.

Eine gute Behandlung des Luftvorrats und Vorstellung der möglichen sicheren Alternativen findet ihr im Buch “Höhlentauchen: Solo, sachkundig, sicher“, das ich nur empfehlen kann.

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Redundante Ausrüstung

Bei tiefen Tauchgängen (da steht es jedem frei zu entscheiden was für wen tief ist) wird gern redundante Ausrüstung mitgenommen, dazu gehören aus meiner Sicht jeweils zweimal:

  • Lungenautomat (1.+2. Stufe)
  • Inflator (1x Trocki, 1x Jacket oder auch zusätzlich 2x Jacket)
  • ggf. getrennte Luftvorräte (zwei Flaschen, Stage, etc.)
  • Wenn notwenig: Kompass
  • Bei dekopflichtigen Tauchgängen auch Computer
  • Lampe

Natürlich sollte man seine Ausrüstung gut kennen und blind beherrschen. Dies sollte immer wieder auch bei flachen Tauchgängen geübt werden, so dass man immer weiß welcher Lungenautomat an welcher Flasche angeschlossen ist und auch welches Finimeter  den Druck welcher Flasche anzeigt. Wenn dann noch ein zweiter Inflator dazu kommt oder sogar mit dreien gearbeitet wird, weil das Jacket zwei Blasen hat, wird es schnell unübersichtlich im schwarzen Schlauchwald. Wie gesagt: Jeder sollte seine Ausrüstung blind beherrschen. Aus meiner Sicht sollte es aber auch nicht verboten sein es sich selbst leichter zu machen und die Schläuche entsprechend zu markieren. Denken fällt in großen Tiefen sowieso schwerer als an der Wasseroberfläche und wenn dann noch eine Notsituation dazu kommt, wird es mit Sicherheit nicht leichter. Daher höre ich jetzt schon wieder die ersten nörgeln, dass man sich einfach mit seiner Ausrüstung gut vertraut machen sollte. Da stehe ich auch hinter, jedoch sind Gedankenstützen immer gut.

Wie markiert man nun seine Ausrüstung? Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Ihr kauft direkt bunte Schläuche in entsprechender Länge für Lungenautomat, Inflator, Computer/Finimeter.
  2. Ihr markiert die Schläuche mit farbigen Spiralen wie sie unten auf dem Foto zu sehen sind. Leider habe ich dazu gerade keine Bezugsquelle vorliegen.

Damit sehr ihr dann unter Wasser (vorausgesetzt ihr könnt in der Tiefe die Farben noch erkennen) direkt welcher Schlauch mit welcher ersten Stufe verbunden ist.  Die Spiralen haben die Vorteil, dass ihr sie unter Wasser auch fühlen könnt (keine Ummantelung = glatt, gelbe Spirale = “riffelig” am Schlauch). So wisst ihr, wenn ihr eine erste Stufe wegen eines vereisten Lungenautomaten abdreht, genau, dass die – beispielsweise gelb markierten – Schläuche noch Luft führen ohne, dass ihr Nachdenken müsst.

 

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Günstige Taschenlampen aus China

Licht kann man ja eigentlich immer gebrauchen. Nicht nur beim Nachttauchgang, sondern auch davor und danach. Natürlich auch im richtigen Leben.

In der Vergangenheit habe ich mich auf hochwertige Taschen- und Stirnlampen verlassen. Für wichtige Einsatzzwecke nutze ich auch immer noch meine Fenix-Taschenlampe oder meine Fenix HL 50 – letztere vor allem beim Laufen im dunklen Wald, weil diese Lampe wirklich richtig viel Licht produziert.

Im Alltag bin ich inzwischen zusätzlich dazu übergegangen in sämtlichen Jackentaschen immer eine kleine Taschenlampe mitzuführen. Das ist wirklich praktisch, da man immer Licht dabei hat. Inzwischen kosten diese Lampen auch kaum noch Geld: Ein Freund von mir ist regelmäßig in China unterwegs und bringt mir immer mal wieder neue Taschenlampen für einen Euro das Stück mit. So traurig wie es klingt, kann man die Lampen fast schon als Verbrauchsmaterial einsetzen – bei dem Preis! Allerdings ist die Qualität besser als der Preis erahnen lässt. Die Lampen sind aus Metall, liegen recht wertig in der Hand (dafür dass sie so klein sind) und funktionieren bei mir sehr zuverlässig.

Ähnliche Taschenlampen gibt es bei Amazon auch bereits für wenige Euro. Diese Lampen sind natürlich nicht mit den Lampen von Fenix vergleichbar – allerdings ist der Einsatzzweck wie oben beschrieben ja auch ein anderer. Wenn man den Focus der günstigen Lampen beispielsweise ändert, ist der Lichtkegel irgendwann klein und eckig (so wie die Licht produzierende LED). Aber mich stört das im Alltag nicht. Um mal kurz etwas Licht zu haben, um um wirklich in jeder Jackentasche eine Lampe zu deponieren, sind diese Lampen völlig ausreichend.

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Zusätzliche D-Ringe am Jacket

Schraubbarer D-Ring

Schraubbarer D-Ring

Vor einiger Zeit habe ich die Möglichkeit vorgestellt wie man D-Ringe an der Tauchflasche befestigen kann, um dort Material oder ähnliches mitzuführen. Nun sind die D-Ring an der Tauchflasche naturgemäß nicht besonders gut zu erreichen (besonders, wenn man Backmount taucht).

Viele Jackets bieten heute schon ausreichend D-Ringe an der Jacket-Begurtung. Ab und an wünscht man sich dann aber doch einen D-Ring mehr. Noch häufiger ist aber einfach genau an der Stelle wo man gern einen D-Ring hätte, eben kein D-Ring. Dazu gibt es eine gute Möglichkeit D-Ringe nachzurüsten:

Hierzu gibt es spezielle D-Ringe mit integriertem Gurtstopper, die man einfach auf die Jacket-Begurtung aufziehen und befestigen kann. Diese D-Ringe kann man überall dort auf die Begurtung aufziehen wo das Ende des Gurtes entweder schon lose ist oder gelöst werden kann, weil der D-Ring vom Ende her auf den Gurt aufgezogen werden muss. Darüber hinaus gibt es auch schraubbare D-Ringe, die überall aufgezogen werden können, da man diese komplett öffnen kann und diese nicht über die Begurtung aufgezogen werden müssen. Allerdings sind letztere sehr schwer zu bekommen – ich selbst habe sie mal günstig gebraucht erstanden.

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Soft-Goodman-Handle für kleine Tauchlampen

Vor zwei Wochen habe ich berichtet, dass aus meiner Sicht die großen alten Tauchlampen ausgedient haben (Muss es immer eine große Tauchlampe sein?). Heute möchte ich nun kurz vorstellen wie man die kleinen Handlampen während des Tauchgangs gut nutzen kann.

Die großen Standard-Tauchlampen haben häufig einen Griff und werden mit einem Spiralband am Jacket gegen Verlust gesichert. Das sichert sie gut gegen Verlust, jedoch hat man beim Tauchgang die Hände nie frei – es sei denn man steckt die Lampe weg, dann hat man allerdings kein Licht mehr.

Dann gibt es noch Tanklampen. Diese haben den eigentlichen Akku am Jacket, Gürtel oder an der Flasche befestigt. Damit ist die eigentliche Lampe in der Hand recht leicht. Häufig werden diese Tanklampen mit einem Goodman-Handle getragen, das dafür sorgt, dass beim Tauchgang stets die Hände frei sind.

Ein Standard-Goodman-Handle ist jedoch für kleine “Backup”-Lampen zu wuchtig. Daher gibt es speziell für kleine Lampen Soft-Goodman-Handle, die das einfache Tragen der kleinen Tauchlampen auf dem Handrücken ermöglichen. Mit der heutigen LED-Technik reichen die kleinen Lampen für die meisten Tauchgänge aus. Somit hat man eine kleine leichte Lampe, die zudem noch günstig in der Anschaffung ist, auf dem Handrücken und damit immer das Licht dort wo man es benötigt und gleichzeitig immer die Hände frei.

Ich selbst tauche die Kowalski Pico zusammen mit einem solchen Soft-Goodman-Handle.

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Hoher Luftverbrauch = Anfänger?

4-Liter-Ponyflasche an einer 12-Liter-Hauptflasche befestigt

4-Liter-Ponyflasche an einer 12-Liter-Hauptflasche befestigt

Man liest es ja immer wieder: Wer einen hohen Luftverbrauch beim Tauchen hat, ist blutiger Anfänger. Oder die Fragen in diversen Foren und Facebook-Gruppen: “Wie reduziere ich meinen Luftverbrauch?”

Aber stimmt die Aussage, dass ein hoher Luftverbrauch einen Anfänger kennzeichnet? Und stimmt es umgekehrt, dass erfahrene Taucher immer einen niedrigen Luftverbrauch haben?

Zunächst betrachten wir mal woher diese weit verbreitete Annahme eigentlich kommt: Klingt ja erst einmal logisch, dass Anfänger mehr Luft verbrauchen. Anfänger sind vor allem bei den ersten Tauchgängen nervös. Der Puls geht hoch und somit steigt naturgemäß auch der Sauerstoffverbrauch, da einfach mehr Energie benötigt wird. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tauchgang erinnern wo ich anfänglich wegen schlechter Sicht einfach gar nichts gesehen habe. Meinen Luftverbrauch habe ich nicht gemessen, aber er war sicherlich höher als bei den meisten heutigen Tauchgängen.

Natürlich sinkt der Luftverbrauch dann mit der Zeit bei den Anfängern – und irgendwann ist man nunmal auch kein Anfänger mehr. Soweit also dazu, dass Nervosität und das Bewegen in einer fremden Umgebung den Luftverbrauch steigert.

Ist es aber nun ein erstrebenswertes Ziel seinen Luftverbrauch zu reduzieren? Aus meiner Sicht ganz klar: nein! Ziel eines Tauchgangs sollte es immer sein am Ende besser zu sein als zuvor, aber doch bitte nicht beim Luftverbrauch – wobei sich hier die Frage stellt, ob weniger immer gleich besser ist. Konzentriert euch lieber auf eure Tauchfertigkeiten und die Verbesserung der Tarierung. Auch wenn ihr denkt ihr seid schon perfekt, gibt es immer noch etwas zu verbessern. Um es mit Henry Fords Worten zu sagen: “Wer nicht ständig besser wird, hört auf gut zu sein.”

Für viele Taucher ist allerdings immer noch der Luftverbrauch das Maß aller Dinge nach dem man die Taucher in gute und schlechte Taucher einteilt. Ich gebe euch hierzu den Rat: Steht dadrüber – ihr wisst es doch besser!

Es gibt gute Gründe, warum euch der Luftverbrauch als Maß aller Dinge egal sein kann:

  1. Viele Taucher versuchen Ihren Luftverbrauch mich aller Gewalt zu senken. Das Ergebnis ist dann am Ende ein vielleicht leicht verminderter Luftverbrauch, aber ebenso meistens auch Kopfschmerzen. Die Leistungsfähigkeit sinkt dadurch ebenfalls. Ihr haltet ja auch bei der Arbeit nicht ständig die Luft an, um weniger zu lüften!
  2. Der geringe Luftverbrauch kann auf keinen Fall als Indikator für eure Fitness gewertet werden. Ganz im Gegenteil verhält sich der Luftverbrauch sogar proportional zu eurer Fitness: Wenn ihr untrainiert seid, habt ihr weniger Muskel und mehr Fett. Seid ihr gut trainiert wird es umgekehrt aussehen. Nun wird Fettgewebe aber weniger gut durchblutet als Muskelgewebe. Ebenso verbraucht eure Muskelmasse einen erheblichen Teil des Sauerstoffs im Körper. Je fitter ihr also seid, desto höher ist euer Luftverbrauch – nicht nur über Wasser, sondern natürlich auch beim Tauchen.
  3. Dann verhält sich euer Luftverbrauch natürlich auch immer proportional zur Belastung unter Wasser: Wer ständig nur bei guter Sicht im roten Meer taucht, wird deutlich weniger Luft verbrauchen als Einsatztaucher, die unter Wasser schwere körperliche Arbeit verrichten.

Fazit: Nehmt lieber etwas größere Flaschen mit zum Tauchen. Die kosten meist gar nicht viel mehr (im Tauchurlaub ist es meistens sogar egal welche Flasche ihr leiht), aber ihr könnt entspannt länger tauchen.

Wenn ihr dennoch etwas zu eurer Entspannung unter Wasser beitragen möchtet, kann ich euch das Buch “Apnoe und Meditation” vom erfahrenen Apnoetaucher Nik Lidner empfehlen.

 

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Muss es immer eine große Tauchlampe sein?

Kowalski PicoIn Zeiten moderner LED-Technik stellt man sich als Taucher schon die Frage, ob es immer die wuchtige Tauchlampe beim Nachttauchgang sein muss oder ob nicht eine kleine LED-Lampe ausreicht. Ganz einfache Antwort: Kommt drauf an!

Die technischen Taucher und DIR-Fans werden jetzt sofort einwerfen, dass der Akkutank mit Lampe natürlich seine Funktion hat. Ich selbst tauche allerdings nicht nach DIR - die meisten Taucher vermutlich auch nicht. Ich ziehe mir lediglich die für mir relevanten Dinge aus solchen Normen heraus. Bisher hat sich mir der Sinn einer kabelgebundenen Lampe mit Akkutank am Gürtel noch nicht erschlossen, wenn ich das gleiche Ergebnis mit einer kleinen LED-Lampe direkt am Handgelenk erzielen kann. Ich tauche allerdings auch nicht stundenlang in Höhlen (wofür DIR ursprünglich mal entworfen wurde).

Zunächst zur Historie meiner Tauchlampen: Seit mehr als 10 Jahren besitze ich die Kowalski Speed. Eine typische Handlampe für Sportaucher. Inzwischen habe ich den alten Akku auf Lithium-Ionen umgerüstet, so dass die Lampe auch wieder eine entsprechende Laufzeit aufweist. Diese Lampe nutze ich in den letzten Jahren jedoch immer weniger für Tauchgänge. Haupttauchzweck ist hier immer noch ein Nachttauchgang in Gewässern mit schlechter Sicht – die bei uns leider meistens vorherrscht.

Für Tauchgänge mit guter Sicht wie beispielsweise im Bergwerk Kleinenbremen nutze ich inzwischen meistens die Kowalski Pico. Für mich ist die eigentlich als Backup-Lampe angeschaffte Pico inzwischen für viele Tauchgänge durch die LED-Technik hell genug. Ein weiterer Vorteil der kleinen Lampe besteht darin, dass ich sie nicht in der Hand halten muss, sondern über ein Soft-Goodman-Handle auf dem Handrücken fixieren kann. Das bedeutet, dass ich die Hände frei habe und immer das Licht dort habe, wo ich es brauche.

Fazit: Abhängig von den Gewässerbedingungen ist es durchaus möglich kleine (früher als Backuplampen genutzte) LED-Lampen auch als Hauptlampe einzusetzen. Aber nicht vergessen: Eine Backup-Lampe solltet ihr zusätzlich noch mitführen!

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Tauchen im Bergwerk Kleinenbremen

Bereits im letzten Herbst war ich im Bergwerk Kleinenbremen tauchen. Ich selbst besitze kein Cave-Brevet, daher war es eine gute Gelegenheit ins Bergwerktauchen reinzuschnuppern. Im Bergwerk Kleinenbremen darf nämlich ohne Cave-Brevet getaucht werden. Zwar nicht tief in die Gänge rein, aber man bekommt ein Gefühl dafür.

Es war ein ziemlich interessanter Tauchgang – genau genommen waren es zwei Tauchgänge. Man trifft sich zunächst zwecks Einweisung vor dem Bergwerk in einem kleinen Häuschen. Dort wird dann alles erklärt. Dann fährt man – bereits im Trocki – mit einer kleinen Bergbahn in das Bergwerk ein. Die Flaschen werden dabei auf einer Lastenlohre transportiert, da es bereits im Tauchanzug eng in der Bahn wird. Zwischen den Tauchgängen wird mit der Bahn wieder ausgefahren und draußen gibt es eine Bratwurst. Ich selbst hätte es besser gefunden, wenn man einfach beide Tauchgänge nacheinander durchführt. Ich hätte einfach die Flaschen zwischen den Tauchgängen gewechselt und wäre wieder rein gesprungen. Allerdings gibt es wohl Taucher, denen das dann zu kalt wird. Im Bergwerk ist es schon recht kühl, allerdings ist der Tauchgang im Trocki gut auszuhalten. Ich muss allerdings erwähnen, dass ich selbst nicht sehr kälteempfindlich bin, so dass ich auch schonmal im halbtrockenen Neoprenanzug Eistauchen gehe. Daher ist die Oberflächepause in der Wärme für einige Taucher doch eine gute Sache.

Fazit: Lohnt sich wirklich, wenn man so etwas noch nie gemacht hat. Ich müsste da jetzt nicht jedes Jahr rein, aber hin und wieder kann so ein Tauchgang wiederholt werden. Jedes Jahr wird vermutlich auch schwierig, da die Termine meistens innerhalb von Stunden ausgebucht sind, nachdem sie veröffentlicht wurden. Es gibt nämlich immer nur einen Tauchgang im Monat mit begrenzter Teilnehmerzahl.

P.S.: Vielleicht schaue ich mir in den nächsten Jahren dann nochmal Alternativen zu Kleinenbremen an.




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Knoten lernen – Bücher und Knotenboxen

Immer wichtig ist beim Tauchen, dass Knoten schnell gesteckt sind und danach sicher halten – und sich natürlich nach der Nutzung wieder leicht lösen lassen. Daher empfehle ich jedem Taucher ein Knotenbuch. Klar, die meisten Taucher kommen mit ein oder zwei Knoten aus, aber mit verschiedenen Knoten kann man die Mannschaft an Bord des Tauchbootes schnell mal unterstützen. Darüber hinaus schadet es nie, wenn man mal etwas über den Tellerrand schaut – und so weit weg ist Seemannschaft vom Tellerrand eines Tauchers ja nun auch nicht.

Gerade auf einer Tauchsafari frei man sich dann, wenn man mehr als einen Knoten in seinem Repertoire vorweisen kann. Auch, wenn es nur mal kurz mit dem Boot auf die Ostsee oder den See raus geht, freut sich der Bootsführer immer, wenn die Taucher ihn unterstützen können.

Aber wie lernt man Knoten? Aus meiner Sicht gibt es dort drei Wege:

1. Knotenbücher

Ich selbst besitze verschiedene Knotenbücher. Mein Lieblingsbuch, das ich seit 2004 besitze, ist leider im Handel nicht mehr verfügbar. Aber ich besitze noch das Buch “Knoten: Schlaufen, Schlingen, Bindeknoten, Verkürzer, Steks“, das ich ebenfalls empfehlen kann. Auch dieses Buch gibt es leider nur noch gebraucht zu kaufen. Unter den aktuell als neu verfügbaren Büchern würde ich euch deshalb “Knoten: Das Praxis-Handbuch” empfehlen. In allen Büchern wird es immer Knoten geben, die man nicht braucht oder für sinnlos hält. Schaut euch einfach die Knoten an, die euch interessieren.

Knotenbox2. Knotenbox

Neben den Knotenbüchern finde ich Knotenboxen sehr schön, um Knoten zu lernen. Eine Knotenbox ist eine kleine Schachtel gefüllt mir kleinen Seilen (in der Regel 2) und verschiedenen Karten auf denen jeweils ein Knoten abgebildet und erklärt wird. Ich selbst habe eine solche Box unter dem Wohnzimmertisch stehen. So kann man immer mal, wenn einem danach ist, den ein oder anderen Knoten lernen. Es gibt diverse Boxen auf dem Markt. Ich selbst habe mich für die Moses-Knotenbox entschieden und bin damit gut zufrieden.

3. Knotenexperte

Der dritte und häufig beste Weg ist das Lernen der Knoten von einem Experten. Der kann einem zu jedem Knoten auch gleich eine Geschichte erzählen. Allerdings sind solche Experten rar gesät und auch nicht immer verfügbar. Wer ruft schon seinen Experten morgens um 6 Uhr kurz an, weil er gerade einen neuen Knoten lernen möchte?

 

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